Die Vereinigung der Fußballer (VdF) hat erstmals eine sogenannte „Tabelle der anderen Art“ auch für die österreichische Frauen-Bundesliga erstellt. Bei dieser Bewertung, die auf einer Befragung der Spielerinnen basiert, setzte sich Doublesieger Austria Wien mit 79,1 von 100 möglichen Punkten knapp an die Spitze. Dahinter folgte Salzburg mit 77,8 Punkten. Der drittplatzierte LASK erreichte mit 65,5 Punkten bereits deutlich weniger und liegt mit spürbarem Abstand hinter den beiden Führenden.
Am unteren Ende der Tabelle rangieren Sturm Graz mit 55,2 Punkten und First Vienna mit 54,0 Punkten. Insgesamt wurden acht Vereine der Frauen-Bundesliga in die Erhebung einbezogen, an der laut VdF rund 100 Spielerinnen teilnahmen.
Gehaltszahlungen weitgehend pünktlich
Die Auswertung der VdF zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der bewerteten Clubs ihre Spielerinnen pünktlich entlohnt. Dieser Bereich schneidet demnach im Vergleich zu anderen abgefragten Kategorien vergleichsweise gut ab. Die Befragung diente dazu, die Arbeitsbedingungen in der Frauen-Bundesliga aus Sicht der Spielerinnen selbst abzubilden und Unterschiede zwischen den einzelnen Vereinen sichtbar zu machen.
Infrastruktur mit größten Unterschieden
Deutlicher Nachholbedarf zeigt sich laut der Erhebung in drei zentralen Bereichen: bei der angemessenen Ausrüstung der Spielerinnen, bei der Unterstützung durch die Vereine im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sowie bei der vorhandenen Infrastruktur. Besonders bei Letzterer fällt die Bandbreite der Bewertungen groß aus. Die Werte reichen von 8,8 bis lediglich 1,8 von zehn möglichen Punkten, was auf teils erhebliche Unterschiede zwischen den Vereinen hinweist, was Trainingsstätten, Ausstattung oder sonstige infrastrukturelle Rahmenbedingungen betrifft.
Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass die Professionalisierung des Frauenfußballs in Österreich zwischen den einzelnen Standorten unterschiedlich weit fortgeschritten ist. Während einzelne Vereine ihren Spielerinnen offenbar bereits ein hohes Maß an infrastruktureller Unterstützung bieten, bestehen bei anderen Clubs noch deutliche Lücken.
Erste Bewertung dieser Art für die Frauen-Bundesliga
Für die österreichische Frauen-Bundesliga handelt es sich um die erste derartige Erhebung durch die Vereinigung der Fußballer. Die „Tabelle der anderen Art“ war zuvor bereits im Herrenfußball etabliert und wird nun erstmals auch auf den Frauenbereich ausgeweitet. Ziel der Befragung ist es, die Perspektive der Spielerinnen auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen in den Vereinen sichtbar zu machen, unabhängig von sportlichen Ergebnissen auf dem Spielfeld.
Die Ergebnisse fließen aus subjektiven Einschätzungen der befragten Spielerinnen zusammen und decken damit ein breites Spektrum an Themen ab, das über rein finanzielle Aspekte hinausgeht. Neben der pünktlichen Bezahlung wurden auch Aspekte wie Ausrüstung, mediale Unterstützung und infrastrukturelle Gegebenheiten abgefragt.
Ausblick auf künftige Entwicklungen
Mit der erstmaligen Durchführung dieser Bewertung für die Frauen-Bundesliga steht den Vereinen nun eine Vergleichsgrundlage zur Verfügung, die auf die von den Spielerinnen wahrgenommenen Defizite hinweist. Insbesondere im Bereich Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit dürfte sich zeigen, inwiefern einzelne Clubs in den kommenden Jahren nachbessern. Da die Erhebung von der VdF nun etabliert wurde, ist davon auszugehen, dass ähnliche Befragungen künftig auch in der Frauen-Bundesliga regelmäßig stattfinden und so eine Entwicklung über mehrere Saisonen hinweg nachvollziehbar wird.

















