Erstmals übernimmt Johannes Zöchling die Verantwortung als Cheftrainer der österreichischen Skidamen und führt das Team in die kommende Weltcup-Saison. Bereits ab Samstag bricht die Mannschaft gestaffelt zum traditionellen Überseetraining nach Argentinien und Chile auf. Nacheinander werden dort alle Weltcup-Gruppen des ÖSV ihre Schneetrainings in Südamerika absolvieren, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten.
Zöchling tritt die Nachfolge von Roland Assinger an, der sich nach der vergangenen Olympiasaison eine berufliche Veränderung gewünscht und daraufhin eine Trainerposition im Europacup der ÖSV-Männer übernommen hatte. Der neue Cheftrainer betonte, bei seinem Amtsantritt keine schwierige Ausgangslage vorgefunden zu haben. Man habe zwar über vergangene Entwicklungen gesprochen, da sich das Team insgesamt weiterentwickeln wolle, doch grundsätzlich sehe er sich in einer positiven Position.
Intaktes Team als Ausgangsbasis
Nach eigenen Worten habe er ein funktionierendes System übernommen, mit dem sich gut weiterarbeiten lasse. In der vergangenen Saison habe jede Weltcup-Gruppe der ÖSV-Damen zumindest einen Podestplatz erreicht, was für die Qualität der bisherigen Trainerarbeit spreche. Aus seiner Sicht hätten die Athletinnen bereits bewiesen, dass sie auf höchstem Niveau mithalten können. Die zentrale Aufgabe bestehe nun darin, mehr Konstanz in die Ergebnisse zu bringen und dafür zu sorgen, dass regelmäßig österreichische Läuferinnen um die vordersten Plätze mitfahren.
Zöchling verwies darauf, dass im aktuellen Kader Athletinnen vorhanden seien, die über das nötige läuferische Potenzial verfügen, um international konkurrenzfähig zu sein. Die Herausforderung liege weniger im fehlenden Talent, sondern vielmehr darin, die vorhandene Leistungsfähigkeit dauerhaft abzurufen.
Erfahrung aus ÖSV-Vergangenheit und Norwegen
Der neue Cheftrainer ist im österreichischen Skisport kein Unbekannter. Von 2010 bis 2024 war er bereits für den ÖSV tätig, ehe er anschließend als Trainer der norwegischen Skitechnikerinnen arbeitete. Erst danach kehrte er nach Österreich zurück, um den Chefposten bei den Damen zu übernehmen. Nach eigener Aussage habe er sich von Beginn an sehr willkommen gefühlt.
Im Zuge seines Amtsantritts suchte Zöchling teilweise auch den persönlichen Kontakt zu den Athletinnen und besuchte einzelne Läuferinnen zu Gesprächen zuhause. Damit wollte er offenbar von Anfang an eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aufbauen.
Offene Kommunikation als Führungsprinzip
Als Grundlage seiner Arbeit nannte Zöchling eine ruhige, aber klare Kommunikation. Er sei sich bewusst, dass im Leistungssport entsprechende Leistungen eingefordert werden müssten. Dennoch lege er Wert darauf, diese Anforderungen in einer besonnenen Art zu vermitteln.
Die zentrale Aufgabe des Trainerteams bestehe darin, die Athletinnen bestmöglich zu unterstützen, damit sie am jeweiligen Renntag ihre optimale Leistung abrufen können. Dazu gehöre es, zuzuhören, gemeinsam Schlüsse zu ziehen und realistische sowie zielführende Lösungen zu erarbeiten. Eine offene Kommunikation innerhalb des Teams sei ihm dabei besonders wichtig, da ungelöste oder unausgesprochene Probleme aus seiner Sicht nicht bearbeitet werden könnten.
Mit dem bevorstehenden Überseetraining in Argentinien und Chile beginnt für die ÖSV-Damen unter der neuen sportlichen Leitung die konkrete Vorbereitung auf die kommende Weltcup-Saison. Die einzelnen Weltcup-Gruppen werden dabei nacheinander ihre Schneetrainings absolvieren, ehe sich zeigen wird, inwiefern sich die von Zöchling angestrebte Konstanz im internationalen Rennbetrieb umsetzen lässt.















