Bei der Tour de la Guadeloupe, einem internationalen Straßenradrennen auf der französischen Überseeinsel Guadeloupe, sind zwei Rennfahrer wegen eines Betrugsversuchs disqualifiziert worden. Nicholas Narraway vom Team Competitive Edge Racing und Jason Jacquet Cretides von Uni Sport Lamentinois hatten sich während der vierten Etappe am Montag an ein zügig fahrendes Begleitfahrzeug gehängt, um ohne eigene Kraftanstrengung an Fahrt zu gewinnen. Die Aktion wurde gefilmt, woraufhin die Rennleitung beide Athleten von der Veranstaltung ausschloss.
Über den Vorfall berichtete zunächst der Sender Guadeloupe 1 unter Berufung auf Angaben der Organisatoren des Radrennens. Die 75. Auflage der Tour de la Guadeloupe, die noch bis zum 9. August andauert, gehört zu den traditionsreichen Etappenrennen der Karibikregion und zieht regelmäßig internationale Teams an.
Geldstrafen und Herabstufung auf der UCI-Weltrangliste
Neben dem sofortigen Ausschluss aus dem Rennen mussten Narraway und Jacquet Cretides jeweils eine Geldstrafe von gut 100 Euro zahlen. Zusätzlich wurden beide Fahrer auf der Weltrangliste der Straßenradfahrer, die vom Internationalen Radsportverband UCI geführt wird, herabgestuft. Diese Maßnahme wirkt sich unmittelbar auf ihre sportliche Bewertung im internationalen Vergleich aus.
Auch der Sportdirektor des US-amerikanischen Teams Competitive Edge Racing, Christopher Drummond, blieb nicht ungeschoren. Er wurde ebenfalls zu einer Zahlung von gut 100 Euro verpflichtet, da sein Begleitfahrzeug in die Betrugsaktion involviert war. Als weitere Konsequenz wird sein Fahrzeug für den Rest der Tour de la Guadeloupe stets an die letzte Position innerhalb der Kolonne der Sportdirektoren gesetzt. Diese Regelung gilt unabhängig davon, welche Platzierungen die Fahrer seines Teams in der Gesamtwertung erreichen.
Wiederholter Vorfall bei der Tour de la Guadeloupe
Betrugsversuche dieser Art sind bei dem Radrennen kein neues Phänomen. Bereits im vergangenen Jahr hatte es bei der Tour de la Guadeloupe Aufsehen erregt, als zwei niederländische Rennfahrer eine Abkürzung nutzten. Damals versteckten sich die beiden Athleten hinter einem haltenden Auto, um später unbemerkt wieder zum vorbeiziehenden Fahrerfeld aufzuschließen und sich so einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Auch dieser Täuschungsversuch flog auf, die beiden Fahrer wurden damals ebenfalls aus dem Rennen ausgeschlossen.
Die wiederholten Vorfälle werfen ein Licht auf die Herausforderungen, denen sich die Organisatoren von Etappenrennen wie der Tour de la Guadeloupe bei der Überwachung der Fahrer stellen müssen. Begleitfahrzeuge, die während der Rennen für logistische und sportliche Unterstützung der Teams sorgen, bieten offenbar wiederholt Gelegenheit für solche Täuschungsmanöver.
Konsequenzen für den weiteren Rennverlauf
Die verhängten Strafen zeigen, dass die Rennleitung bei Verstößen gegen das Reglement konsequent durchgreift. Die Herabstufung auf der UCI-Weltrangliste dürfte für die betroffenen Fahrer über den Ausschluss aus der laufenden Etappe hinaus spürbare Folgen haben, da sich dies auf ihre internationale Positionierung im Straßenradsport auswirkt.
Für das Team Competitive Edge Racing bedeutet die Sanktion gegen den Sportdirektor zudem eine organisatorische Einschränkung für den Rest der Veranstaltung. Die systematische Zurückstufung seines Fahrzeugs innerhalb der Kolonne der Sportdirektoren dürfte die logistische Betreuung der verbleibenden Fahrer des Teams erschweren, unabhängig von deren tatsächlicher Leistung in der Gesamtwertung.
Die Tour de la Guadeloupe wird in den kommenden Tagen bis zum 9. August fortgesetzt. Ob weitere Vorfälle dieser Art während der verbleibenden Etappen auftreten, bleibt abzuwarten. Die Vorjahresfälle sowie der aktuelle Betrugsversuch legen nahe, dass die Organisatoren die Einhaltung der Regeln in den kommenden Ausgaben des Rennens weiterhin genau beobachten dürften.















