Schweizer Verband entzieht Infantino Rückendeckung für FIFA-Wahl

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Der Schweizerische Fußballverband (SFV) hat seine Unterstützung für den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zurückgezogen. Der Zentralvorstand des Verbandes traf diese Entscheidung, nachdem er noch im Juni dieses Jahres erklärt hatte, die Kandidatur des in der Schweiz geborenen Funktionärs für eine weitere Amtszeit zu unterstützen. Damit verliert Infantino kurz vor der im März kommenden Jahres anstehenden Präsidentschaftswahl einen wichtigen Fürsprecher aus seinem Heimatland.

Offene Fragen zu Verantwortlichkeiten

SFV-Präsident Peter Knäbel begründete den Schritt mit hohen Erwartungen an die Führung des Weltverbandes. Man erwarte von der FIFA-Spitze höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung, erklärte Knäbel. Er nahm damit Bezug auf ein Schreiben, das Infantino an sämtliche Nationalverbände gerichtet hatte. Darin bot der FIFA-Präsident seinen Kritikern erstmals Gespräche über mögliche Reformen innerhalb des Verbandes an.

Knäbel wertete dieses Angebot grundsätzlich als positives Signal und sprach von Schritten, die zu Verbesserungen innerhalb der FIFA beitragen könnten. Gleichzeitig blieben aus Sicht des Schweizerischen Fußballverbandes jedoch zentrale Fragen ungeklärt. Diese beträfen die Hintergründe jüngerer Entwicklungen, die Verantwortlichkeiten innerhalb der Verbandsführung sowie die internen Entscheidungsprozesse. Da diese Punkte nicht überzeugend aufgeklärt worden seien, könne eine weitere Unterstützung der Kandidatur Infantinos nicht verantwortet werden, so Knäbel.

Neubewertung nach Monaten der Kritik

Laut der Mitteilung des SFV beruht der Entscheid des Zentralvorstands auf einer umfassenden Neubewertung der Entwicklungen der vergangenen Monate. Infantino war zuletzt wegen der Investorenpläne rund um die Weltmeisterschaft im Sommer stark unter Druck geraten. Zusätzlich wird der Führungsstil des 56-Jährigen von Teilen der internationalen Fußballwelt seit geraumer Zeit scharf kritisiert.

Der Rückzug der Schweizer Unterstützung reiht sich damit in eine Phase wachsender Skepsis gegenüber der Amtsführung Infantinos ein. Der SFV hatte sich noch vor wenigen Monaten klar hinter den amtierenden Präsidenten gestellt, änderte seine Position nun jedoch grundlegend. Die Neubewertung durch den Zentralvorstand deutet darauf hin, dass die Kritik an internen Abläufen und Entscheidungsstrukturen der FIFA innerhalb des Verbandes nicht ausgeräumt werden konnte.

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Wahl im März ohne klaren Verzichtshinweis

Im März kommenden Jahres steht turnusgemäß die Wahl zum FIFA-Präsidenten an. Infantino strebt dabei offenbar eine vierte Amtszeit an. In seinem Schreiben an die Nationalverbände, in dem er Gespräche über Reformen anbot, war jedenfalls nicht von einem Verzicht auf eine erneute Kandidatur die Rede gewesen.

Die Entscheidung des Schweizerischen Fußballverbandes dürfte in der internationalen Fußballwelt Beachtung finden, da sie aus dem Heimatland des FIFA-Präsidenten kommt. Infantino wurde in der Schweiz geboren und hatte dort bislang auch verbandspolitischen Rückhalt genossen. Mit dem nun erfolgten Rückzug der Unterstützung signalisiert der SFV, dass die angebotenen Reformgespräche aus seiner Sicht nicht ausreichen, um die offenen Fragen rund um Transparenz und Verantwortlichkeit innerhalb der FIFA-Führung zu klären.

Ausblick auf die kommenden Monate

Bis zur Präsidentschaftswahl im März bleibt abzuwarten, wie sich weitere Nationalverbände positionieren und ob die von Infantino in Aussicht gestellten Reformgespräche tatsächlich stattfinden. Der Entscheid des Zentralvorstands des SFV könnte dabei als Signal an andere Verbände wirken, die derzeit ebenfalls ihre Haltung zur Kandidatur des Amtsinhabers überdenken. Ob und wie die FIFA auf die Kritik aus der Schweiz reagiert, ist bislang offen.

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