Vuelta: Gall nach zweitem Ruhetag Zweiter, Dreikampf um Sieg spitzt sich zu

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Bei der Vuelta a Espana zeichnet sich in der Gesamtwertung ein enger Dreikampf um den Gesamtsieg ab. Nach dem zweiten Ruhetag liegt der Österreicher Felix Gall vom Team Decathlon auf dem zweiten Gesamtrang und damit genau in jener Position, die er sich für das Finale der spanischen Landesrundfahrt erhofft hatte. Vor ihm steht Lokalmatador Enric Mas von Movistar, der 2:06 Minuten Vorsprung auf Gall hält. Nur vier Sekunden dahinter folgt der viermalige Vuelta-Sieger Primoz Roglic aus Slowenien, der für das Team Red Bull Bora fährt. Die Ausgangslage vor der entscheidenden letzten Rennwoche ist damit denkbar knapp.

Zeitfahren und Bergankünfte entscheiden über das Podest

Für die kommenden Tage steht ein enges Programm bevor, das über die endgültige Platzierung entscheiden dürfte. Am Donnerstag wartet ein 32 Kilometer langes Einzelzeitfahren, bei dem Roglic der Papierform nach als stärkster Zeitfahrer der Top Drei gilt und Gall voraussichtlich überholen wird. Die eigentliche Entscheidung über Sieg und Podestplätze soll dann am Freitag und Samstag bei zwei Bergankünften fallen. Gerade auf diesem Terrain hatte Roglic vor dem Ruhetag bei großer Hitze erstmals Schwächen gezeigt, was Gall Hoffnung macht, im Kampf um die vorderen Plätze noch einmal anzugreifen.

Mas tritt als Gesamtführender vor heimischem Publikum an und dürfte von der Unterstützung der spanischen Fans zusätzlich profitieren. Gall rechnet damit, dass der Spanier in dieser Ausgangslage über sich hinauswachsen könnte. Gleichzeitig verweist der Österreicher darauf, dass auch Richard Carapaz aus Ecuador, der aktuell auf Rang vier liegt, in den kommenden Bergetappen sicher noch einmal in die Offensive gehen werde.

Rückschlag durch Sturz von Mühlberger

Eine bedeutende Veränderung für Gall ergibt sich durch den Ausfall seines Teamkollegen Gregor Mühlberger. Der Salzburger, der vor seinem schweren Sturz als Neunter der Gesamtwertung geführt wurde, befindet sich inzwischen bereits wieder in Salzburg, um sich von den Folgen des Sturzes zu erholen. Mühlberger war während der gesamten Rundfahrt bergauf stets an Galls Seite und galt als dessen wichtigster Helfer im Team.

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Im Interview des ORF sprach Gall offen über den Verlust seines Zimmerkollegen: „Aber sind wir froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist, ich hoffe, er kann sich gut erholen. Aber war mein stärkster und wichtigster Teamkollege.“ Er habe deutlich gespürt, wie wertvoll es gewesen sei, im Finale der Bergetappen einen Fahrer wie Mühlberger noch an seiner Seite zu haben. Trotz des herben Rückschlags bezeichnete Gall sein Team weiterhin als stark, räumte jedoch ein, dass sich der Ausfall auf die Taktik in den entscheidenden Bergetappen auswirken werde.

Gall zieht positive Zwischenbilanz

Mit dem Verlauf der zweiten Rennwoche zeigte sich Gall insgesamt zufrieden. Er habe es geschafft, einen Abstand zu den Plätzen vier und fünf aufzubauen, die aktuell von Carapaz und dem Briten Oscar Onley belegt werden, und auch Roglic um einige Sekunden hinter sich zu lassen. Für das anstehende Zeitfahren rechnet Gall damit, dass ihn Roglic erwartungsgemäß überholen wird. Danach gelte es zu bewerten, wie groß der Rückstand tatsächlich ausfällt und welche Möglichkeiten sich für die finalen Bergetappen noch ergeben.

Mit Blick auf die letzten schweren Etappen zeigte sich Gall kämpferisch. Es gelte abzuwarten, wie er sich selbst fühle und ob einer der Konkurrenten Schwäche zeige. Denkbar sei aber auch, dass die Etappen derart anspruchsvoll ausfallen, dass sämtliche Fahrer das Risiko einer Offensive scheuen würden.

Nach zwei Flachetappen am Dienstag und Mittwoch, die den Gesamtklassement-Fahrern etwas Erholung bringen sollen, folgt am Donnerstag das Zeitfahren. Die endgültige Entscheidung über den Gesamtsieg und die weiteren Podestplätze fällt schließlich am Freitag und Samstag bei zwei Bergankünften. Besondere Beachtung findet dabei die 20. Etappe mit knapp 5.000 Höhenmetern und der Bergankunft der höchsten Kategorie auf dem Collado del Alguacil, die selbst bei einem erfahrenen Kletterer wie Gall im Vorfeld größten Respekt hervorruft.

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